Warum soll ich zu einem Coach gehen, statt mit meiner Freundin darüber zu reden?

Ich sehe immer wieder, wie Menschen in meiner Umgebung richtig schwierige, oft sehr belastende Situationen mehrere Wochen mit sich rumschleppen und sie einfach nicht lösen können. Manche davon haben die Probleme schon -zig Mal mit Freunden oder mit sich alleine durchgesprochen und kommen trotzdem nicht weiter.

Auf die Idee, mit einem Coach zu sprechen, kommen die wenigsten. Wie auch? Die meisten wissen ja gar nicht, wie der helfen kann. Dabei ist meine Erfahrung, dass diese Menschen schon nach einer einzigen Coachingstunde deutlich leichter wieder nach Hause gehen könnten.

Hier möchte ich mal Klarheit schaffen darüber, warum Coaching in der Regel mehr bringt, als mit Freunden zu reden. Vor allem hilft es enorm, den inneren Kampf abzukürzen.

 

Warum es alleine meist nicht klappt und Freunde oft befangen sind

Wer kennt das nicht, dass sich schwierige Situationen und Konflikte im Kopf drehen, wieder und wieder. Da werden dann innere Dialoge geführt, mit sich, mit dem Partner, mit den Kindern, dem Nachbarn, etc. Nur weiter kommt man nicht. Warum ist das so?

Weil in solchen Situationen sehr stark der innere Kritiker und in der Kindheit erworbene Glaubenssätze beteiligt sind. Anders als viele glauben, denken wir dann nicht mehr rational, sondern in kindlichen Mustern. Je länger der innere Konflikt andauert, desto intensiver. Diese Muster sind nicht leicht zu identifizieren, schon gar nicht alleine. Und zwar deshalb, weil sie meist im blinden Fleck versteckt sind. Das ist bei JEDEM so.

Aber kann ich da nicht mit meiner Freundin drüber reden? Ja schon, und oft bringt das auch Erleichterung. Aber leider oft nur kurzfristig und vor allem in der Hinsicht, dass man es loswerden darf. Doch wenn es wirklich so heikel ist, ist bald Ende der Fahnenstange. Denn Freunde können schwierige Dinge oft nicht ansprechen, auch wenn sie gerne würden. Oft möchten sie die Beziehung nicht gefährden oder eure Gefühle nicht verletzen.

Es kann auch sein, dass Freunde eine individuelle, meist unbewusste eigene Vorgeschichte zu einem ähnlichen Thema haben und die dann auf euer aktuelles Problem übertragen. Das hat zur Folge, dass ihr euer Problem nicht mehr in eurem Kontext besprechen könnt.

Und: Auch bei euren Freunden ist viel los. Auch die wollen beziehungsweise müssen ihre Schwierigkeiten abladen können. Da kann dann schon manchmal sowas wie „Bedürfniskonkurrenz“ entstehen. Je nach Persönlichkeit tendieren manche von euch dann dazu, das eigene Problem nicht so wichtig zu nehmen oder sich noch mehr zu kränken, weil euer Problem nicht ernst genug genommen wird.

Ein Coach ist jemand der von außen kommt, er ist nicht direkt beteiligt oder befangen:

Ein Coach erkennt persönliche Glaubenssätze und hinterfragt sie

Du musst es allen recht machen“, „Du musst schnell sein“, „Machs ja perfekt!“ - Das alles und noch viel mehr sind ganz typische Glaubensätze. Sätze, die uns im Stillen sagen, was wir zu tun haben und wie wir uns zu verhalten haben. Wir haben sie meist in der Kindheit erworben und sehr gut eingeübt. So gut, dass wir sie überhaupt nicht mehr bewusst mitbekommen. Coaches sind in der Regel gut ausgebildet, Sätze die mit „Man kann doch nicht…“, „Ich muss…“, zu hinterfragen und so solche wenig hilfreichen Muster zu erkennen und zu benennen. So ein Muster zu entlarven, ist bereits ein riesengroßer erster wichtiger Schritt. 

 

Ein Coach stellt dir andere Fragen als deine Freunde

Auch wenn es banal klingt: Durch den Titel „Coach“ und den vertrauensvollen Rahmen des Coachings erlauben die meisten dem Coach mehr als den eigenen Freuden. Coaches dürfen dann Provokantes und Ungewöhnliches ansprechen. Das geht auch deshalb, weil die meisten Coaches geübt darin sind, heikle Themen gut eingebettet und annehmbar formuliert zu präsentieren. Sie lernen in ihrer Ausbildung Fragen zu stellen, die zu ganz neuen Denkansätzen führen. Es ist sogar ihr Hauptgeschäft, gute Fragen stellen.

Anders als im Alltag, wo die meisten in die Vergangenheit fragen und viel Zeit damit verwenden, zu eruieren, woher ein Problem kommt und wie es entstanden ist, legen Coaches den Schwerpunkt auf die Zukunft: auf die Lösung. Also auf das was erreicht werden will, und wie man das erreichen kann. Das Ganze in wohldosierten kleinen Fragen, die den Weg dorthin möglich machen.

 

Ein Coach kennt viele Sichtweisen anderer Eltern und kann Probleme relativieren: Du bist nicht allein.

Elterncoaches sprechen mit vielen Eltern und kennen daher viele Sorgen. Und: Sie wissen um die ECHTEN Sorgen der Eltern. Die, über die sich sonst keine reden traut. Denn im Rahmen eines Coachings müssen Eltern nicht befürchten, verurteilt zu werden.

Coaches stellen diese Erfahrungen gerne auch anderen Eltern zur Verfügung (natürlich anonymisiert!!). Auch wenn es dich überrascht:  Ganz viele Sorgen haben Eltern gemein. Vermutlich könnte man eine Top 10 Liste machen, in der du zumindest 5-7 deiner Sorgen wiederfindest.

 

Ein Coach kann inhaltlich etwas beisteuern.

Coaching ist von der Definition her inhaltsfrei in der Methode, das heißt, dass Coaching der Prozess ist, der zur Lösung führt. Natürlich aber haben Coaches meist fachliche Erfahrungen und Wissen, die genau zu deinem Thema passen.

Und zwar nicht in dem Sinn, dass sie euch erzählen, wie was geht, sondern in dem er Meinungen, Sichtweisen, Inhalte anbietet: Denn ein Coach weiß gut Bescheid, dass jeder einzelne von uns seine eigenen Nuancen der Realität hat und entsprechend nicht alles für alle passt. Du selbst kannst frei wählen, womit du einverstanden bis und was zu dir und deiner Familie passt.

 

Ein Coach sorgt dafür, dass du dich völlig in deiner Situation fallen lassen kannst

Neben dem Umstand, dass der Coach voll und ganz da ist, dein Problem anzuhören, ist es auch sein Job auf das Gespräch zu achten. Das bedeutet er sorgt dafür, dass es einen klaren Anfang und ein klares Ende gibt, dafür, dass das gegenseitige Vertrauen eingehalten wird und der Umgang verständnis- und respektvoll ist. Er leitet an, was wann dran kommt, denn da ist er Profi. Und das ist ganz schön angenehm, weil du dich ganz auf dein Problem und dessen Lösung fokussieren kannst, denn dafür bis du der Profi.

 

Ein Coach „zwingt“, draufzuschauen, was du eigentlich willst

Beim Coaching geht’s lösungsfokussiert zu. Was bedeutet das?

Im Mittelpunkt steht immer, was du eigentlich willst. Vor lauter Problemgedanken vergessen viele, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wirklich wollen. Sogar während des Coachings! Es geht also auch ganz intensiv darum, was dein Ziel sein soll. Ein guter Coach lässt dich da nicht aus, er fragt immer wieder nach und setzt das, was ihr entwickelt immer wieder in Bezug zu dem, was du eigentlich wirklich willst.

 

Du bekommst Zuspruch von kompetenter Stelle und dadurch Sicherheit im eigenen Tun

Die meisten Eltern machen ganz viel richtig, sind aber von dem, was man alles liest und hört manchmal so verunsichert, dass sie ihrer eigenen Kompetenz nicht trauen. Oder sie gewichten Unzulänglichkeiten über. Manchen Eltern hilft es daher schon, wenn sie das, was sie tun, mit einer kompetenten Stelle reflektieren können, wie eine Art „Sparring“.

Wenn sie bestätigt bekommen, dass ihre Reaktionen, ihr Verhalten, ihre Gedanken normal sind, oder, dass sie größtenteils alles vollkommen richtig machen, gibt ihnen das eine große Portion Selbstbewusstsein zurück. Das ist ganz besonders wichtig, weil es ihnen ermöglicht wieder stärker bei sich zu sein und authentischer zu handeln. Und das ist was Kinder dringend brauchen.

Wenn du also nicht mehr alleine grübeln und den inneren Kampf abkürzen magst, gönn dir bei mir ein Coaching :-)

Barbara Widerhofer