Noch keine guten Vorsätze für das neue Jahr? - Hier sind 6 Impulse

Das neue Jahr steht an und damit auch die Zeit für gute Vorsätze. Wenn du noch nicht weißt, wie oder was genau du dir vornehmen willst, ist vielleicht hier etwas für dich dabei:

1.      Ich schaffe Klarheit über meine Prioritäten.

Ich mache mir bewusst, am besten schriftlich, was mir wirklich wichtig ist - im Beruflichen wie im Privaten. Und wozu? Auch 2018 werden eine Menge an Anliegen und Wünschen auf dich einprasseln und Dinge von dir gefordert. Du kann aber nicht allen nachkommen. Wenn du deine Prioritäten fest gemacht hast, weißt du, was dir wichtig ist und kannst viel leichter entscheiden, welchem Anliegen du nachkommst und welchem eben nicht. Und dazu kann man auch gleich das Wort „NEIN!“ üben, wenn ein Anliegen nicht zu den eigenen Prioritäten passt. Denn jedes „NEIN“ zu für dich nicht passenden Anliegen, ist ein „JA“ zu deinen Prioritäten und damit zu dir selbst. Und deine Umgebung wird es dir langfristig danken, wenn du dich nicht zwischen den Wünschen und Vorstellungen der anderen zerpragelst, sondern mit deine Energie effektiv einsetzt.  

2.      Ich übe Großzügigkeit mit mir selbst.

Damit meine ich nicht, sich bequem mit den Worten „so bin ich halt“ aus der Affäre zu ziehen. Aber, dass wir alle unsere Stärken und Schwächen haben, liegt auf der Hand. Die ganz Selbstkritischen unter euch, die Abends vor dem Einschlafen gerne sehr hart mit sich ins Gericht geht, darf ich allerdings liebevoll daran erinnern, dass ihr manchmal völlig aus den Augen verliert, dass ihr auch verdammt viel Gutes tut. Denn wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass sich das Gehirn in schlechter Stimmung vor allem an negative Ereignisse erinnert. Und das macht noch mehr das Gefühl eine totale Versagerin zu sein und obendrein ein riesengroßes schlechtes Gewissen. Doch das blockiert und verhindert, dass wir es das nächste Mal nochmals versuchen und dann vielleicht besser machen. Diese Regel hilft mir: wenn ich versuche etwas in der Zukunft besser zu machen, dann fange ich sehr klein an. Das bedeutet konkret: wenn ich es in 1 von 10 Situationen schaffe, anders zu reagieren als ich es bisher gewohnt war, ist das ein Erfolg.  Und das steigere ich dann über die Wochen und Monate langsam. Und wem das noch nicht hilft, noch eine kleine Übung aus der Negativ-Gedanken-Mühle: Jeden Abend 3 Dinge aufschreiben, für die du aktuell dankbar bist.

3.      Ich richte meinen Fokus konsequent auf meine Stärken.

Ich setze voraus, dass jeder Mensch Talente und Stärken hat. Gerlernt haben die meisten allerdings, sich stärker auf die eigenen Schwächen, als auf die Stärken zu konzentrieren, denn die Stärken sind ja "eh" da. Das Herumdoktern und das ständige Beschäftigen mit den eigenen Schwächen kostet aber Energie, macht traurig und langfristig unsicher. Und man neigt dazu, sich ständig zu entschuldigen, oder sich schuldig zu fühlen. Auch im beruflichen Kontext.
Um richtig gut zu sein, ist es nicht nötig, die eigenen Schwächen ständig auf Vordermann bringen zu wollen! Es genügt, sie soweit im Auge zu behalten, dass sie die eigenen Stärken nicht behindern. Ein konsequenter Fokus auf die eigenen Stärken, macht nachgewiesen schneller besser, und das mit positiverem Gefühl und mehr Energie. Ich denke beides können berufstätige Mütter sehr gut gebrauchen! Und darüber hinaus: wenn man stärker auf die eigenen Stärken schaut, sieht man auch schneller bei anderen Stärken, was wiederum einen positiveren Umgang mit anderen bewirkt.

4.     Ich mache mir bewusst, was meine Arbeit für mich bedeutet.

Damit meine ich auch, welche Sprache du deiner Arbeit gibst. Und zwar sowohl gegenüber deinen Kindern, als auch dir selbst gegenüber. Da unsere eigene Wirklichkeit erst durch Sprache erzeugt wird (und zwar auch in Form von Gedanken, unserer inneren Sprache), ist es wichtig sorgsam mit ihr umzugehen. Ein Kollege von mir sagt gerne "Du kannst nicht konsequenzenlos denken!" Und ich finde er hat recht. Schon 2017 habe ich meinen Wortschatz ausgemistet: "Ich muss…“ verwende ich NUR, wenn es wirklich so ist (und das ist bei genauer Betrachtung herzlich selten der Fall). Stattdessen sage ich viel häufiger, was ich will und was mir wichtig ist. Wenn „ich muss“ dann immer noch häufig in der eigenen Sprache zu finden ist, ist es Zeit das Vorhaben in Punkt 1 umzusetzen. :-)

5.     Ich mache echte Pausen…,

...statt von einer Anforderung zur nächsten zu hetzen. Und auch hier funktioniert es mit dem sanften Einstieg besser. Bestimmt sind am Anfang drei 5-Minuten-Pausen über den Tag verteilt, leichter umzusetzen, als täglich eine halbe Stunde. In den 5 Minuten kannst du deine Gedanken schweifen lassen und bewusst beobachten, wie die Gedanken kommen und gehen. Oder was auch immer dir gut tut! Hauptsache du tust es bewusst. Pausen helfen übrigens auch bei den eigenen Prioritäten zu bleiben.
Wer sich gerne anleiten lässt, dem kann ich Kurz-Meditationen sehr empfehlen. Da gibt es übrigens auch ganz tolle Apps dazu, ich persönlich mag „headspace“ sehr gerne.

6.    Ich bin präsent.

Wenn ich arbeite, arbeite ich und wenn ich mit meinen Kindern bin, bin ich mit meinen Kindern. Ich weiß, das klingt banal und ist im Alltag oft nicht so leicht umgesetzt. ABER: Im Kopf ständig woanders zu sein, kostet langfristig Kraft, frustriert und verschlechtert Beziehungen. Das bedeutet, dass ich nicht nur mein Tun, sondern auch meine Gedanken diszipliniere und mich konkret auf das fokussiere, was gerade ansteht. Wenn ich entdecke, dass ich gerade abschweife, unterbreche ich das liebevoll und konzentriere mich wieder auf das, was ich gerade tue. Bei der Arbeit beispielsweise hilft es mir, dass ich mir vorher im Geiste oder auch laut vorsage, was ich jetzt in den nächsten 60 Minuten erreichen möchte, und mich bei jeder aufpoppenden Ablenkung darauf besinne. Wenn es mir allzu sehr im Kopf rumspinnt, schreibe ich es auf, und kümmere mich später darum.

Barbara Widerhofer