5 Tipps, um dein schlechtes Gewissen zu hegen und zu pflegen

Schlechtes Gewissen begegnet mir ja an jeder Ecke. Frauen scheinen es für sich gepachtet zu haben, berufstätige Mütter besonders. Auch ich kann mich noch gut erinnern, wie oft ich voll schlechten Gewissens in die Kinderkrippe gerast bin, um meinen Sohn abzuholen, der ja dort sein MUSSTE, weil ich mir „einbildete“, rasch wieder arbeiten zu gehen.

Wenns dir auch so geht, du aber gerne noch im schlechten Gewissen schwelgen willst, habe ich 5 Tipps, wie du garantiert deine Schuldgefühle behältst, oder sogar noch intensivieren kannst! ;-)

1. Vergleiche dich möglichst viel mit anderen. Am besten mit Personen, die ganz andere Voraussetzungen haben als du. Zum Beispiel mit jungen ungebundenen Mitarbeiterinnen, die scheinbar viel mehr schaffen als du. Oder mit Hochglanz-Müttern, die scheinbar alles perfekt hinbekommen und stets top gestylt und entspannt ihre Kinder nach ihrem erfolgreichen Job vom Kindergarten oder der Schule abholen. UND: Schraube deine Ansprüche stetig rauf - dass du das Perfekte noch nicht erreicht hast, liegt keinesfalls dran, dass es schlichtweg unerreichbar ist, sondern nur daran, dass du nicht gut genug bist. 

2. Umgib dich mit möglichst vielen Personen, die deine Berufstätigkeit echt arg deinen Kindern gegenüber finden und dich das auch bei jeder Gelegenheit spüren lassen. Am hilfreichsten sind die, die das auch noch in Gegenwart deiner Kinder fallen lassen.

3. Beziehe JEDES besorgniserregende Verhalten deiner Kinder (auch wenn es noch so klein ist) auf dich und deine Berufstätigkeit und betrachte sie als zwingendes Resultat deiner Unzulänglichkeit.

4. Denke möglichst oft und viel darüber nach, WAS du alles falsch machst, wie sehr deine Kinder drunter leiden, dass du arbeiten gehst. Und für die Profis: Male dir negative Zukunftsvisionen zum Leben deiner Kinder aus, die daraus resultieren, dass sie in ihrer Kindheit, zu viel fremdbetreut wurden und du dich zu wenig um sie gekümmert hast.

5. Mach aus Kleinigkeiten innerlich richtig große Dramen, bausche sie auf. Gehe möglichst hart mit dir ins Gericht und lass dich da ja nicht von Realisten beirren, die dir vermitteln wollen, dass es nicht so schlimm ist und nichts Dramatisches passiert ist. Verlass dich dabei unbedingt auf dein Gefühl, dass dein Fehler, schwerwiegende Folgen haben wird, auch wenn sie jetzt noch nicht abzusehen sind und das deine gesamte Umgebung wissen wird, dass du ein totaler Versager bist.

So, und jetzt kann ichs verraten: ich kann diese Tipps deshalb so gut geben, weil ich sie auch drauf habe, ALLE!!

Um so mehr freut es mich, dass ich mittlerweile äußerst selten bis nie ein schlechtes Gewissen habe. Zumindest nicht wegen des Arbeitens. ;-) Wie geht es dir mit dem schlechten Gewissen? Hast du dich bei dem einen oder anderen Tipp ertappt gefühlt?